Push-Pull-Legs erklärt - für wen sich der Klassiker lohnt
Push, Pull, Legs, von vorne - kaum ein Trainingssplit ist so bekannt wie dieser. Drei Buchstaben, ein simples Prinzip, und trotzdem stellt sich die Frage: Ist er wirklich die beste Wahl?
10 Reps Redaktion
Push, Pull, Legs, von vorne - kaum ein Trainingssplit ist so bekannt wie dieser. Drei Buchstaben, ein simples Prinzip, und trotzdem stellt sich die Frage: Ist er wirklich die beste Wahl, oder einfach nur die bekannteste?
Was Push-Pull-Legs eigentlich ist
Die Idee dahinter ist simpel und clever zugleich: Übungen werden nach Bewegungsrichtung sortiert. Push deckt alles ab, was drückt - Brust, Schultern, Trizeps. Pull alles, was zieht - Rücken, Bizeps. Legs den kompletten Unterkörper. Muskeln, die in einer Bewegung zusammenarbeiten, landen im selben Training - das schont die beanspruchten Muskeln an den jeweils freien Tagen und macht den Plan leicht nachvollziehbar.
PPL lässt sich einmal pro Woche durchlaufen (drei Trainingstage) oder zweimal (sechs Trainingstage) - je nachdem, wie viel Zeit und Erholungskapazität zur Verfügung steht.
Was die Forschung zur Trainingsfrequenz wirklich sagt
Hier lohnt sich eine Korrektur eines weit verbreiteten Irrtums: PPL gilt oft als überlegen, weil jeder Muskel zweimal pro Woche trainiert wird statt nur einmal. Klingt logisch - hält der genaueren Prüfung aber nicht ganz stand. Wird das wöchentliche Trainingsvolumen sauber gleich gehalten, macht es für den Muskelaufbau kaum einen Unterschied, ob dieses Volumen auf ein-, zwei- oder dreimal pro Woche verteilt wird. Frequenz ist demnach weniger ein Wachstumshebel als eine Frage der Organisation.
Der eigentliche Vorteil von PPL liegt woanders: Sehr hohes wöchentliches Volumen zeigt ab einem gewissen Punkt abnehmende Zusatzeffekte - mehr Sätze bringen nicht automatisch proportional mehr Wachstum, wie Studien zum Vergleich unterschiedlicher Wochenvolumina zeigen. Wer sein Trainingsvolumen sinnvoll über mehrere Sessions verteilt, kann es dadurch aber überhaupt erst sauber unterbringen, ohne einzelne Einheiten ausufern zu lassen. Genau das ist die eigentliche Stärke des Splits: mehr Übersicht und Planbarkeit für hohes Volumen, nicht die reine Häufigkeit an sich.
Für wen sich PPL wirklich lohnt
Damit wird auch klar, für wen der Klassiker Sinn ergibt: für alle, die regelmäßig drei bis sechs Tage pro Woche trainieren wollen oder können und pro Muskelgruppe ein höheres wöchentliches Volumen anpeilen, als eine einzelne Ganzkörpereinheit sinnvoll hergibt. Schon die einfache Variante - PPL einmal pro Woche durchlaufen, also drei Trainingstage - reicht dafür aus. Die sechstägige Variante ist eher etwas für alle, die ohnehin schon sehr viel Zeit im Gym verbringen und ihr Volumen weiter erhöhen wollen. Das trifft vor allem auf Trainierende mit etwas Erfahrung zu, die ihre Technik bereits beherrschen und gezielt mehr Reize setzen wollen.
Für Einsteiger:innen oder alle mit zwei bis drei Trainingstagen pro Woche ist PPL dagegen oft unnötig kompliziert. Ein Ganzkörperplan erreicht bei gleichem Volumen ähnliche Ergebnisse - mit weniger Planungsaufwand und ohne das Risiko, bei einem verpassten Trainingstag eine ganze Muskelgruppe für eine Woche komplett auszulassen.
Was das für deine Praxis bedeutet
UNSER ANSATZ BEI 10 REPSBei 10 Reps gibt es beide Wege, passend zum Trainingsstand.
Für den Einstieg stehen Ganzkörperpläne wie Gym Start oder Total Body Strength bereit - einfach, planbar, ohne Split-Logik im Kopf behalten zu müssen. Wer mehr Erfahrung mitbringt und häufiger trainiert, findet mit dem Plan Push & Pull Split die klassische PPL-Struktur, komplett mit automatischer Progression durch die Progression-Engine.
Wer sich nicht auf einen mehrwöchigen Plan festlegen will, findet die gleiche Logik auch einzeln in der Workout-Bibliothek: Dort lässt sich gezielt nach Fokus filtern, mit eigenen Workouts für Upper Push, Upper Pull und Lower. So lässt sich PPL auch spontan zusammenstellen, Training für Training, ganz ohne festen Plan.
Fazit: Kein Muss, aber eine gute Option für die richtige Phase
Push-Pull-Legs ist kein Zaubertrick, der automatisch mehr Muskeln bringt als andere Aufteilungen. Der eigentliche Nutzen liegt darin, hohes Trainingsvolumen sauber auf mehr Sessions zu verteilen, ohne dass die Qualität einzelner Sätze leidet.
Für alle mit viel Trainingszeit und etwas Erfahrung eine sehr gute Wahl - für alle anderen reicht oft schon weniger.
- 1.Schoenfeld BJ, Ogborn D, Krieger JW. „Effects of Resistance Training Frequency on Measures of Muscle Hypertrophy: A Systematic Review and Meta-Analysis.“ Sports Medicine, 2016;46(11):1689–1697.
- 2.Schoenfeld BJ, Grgic J, Krieger J. „How many times per week should a muscle be trained to maximize muscle hypertrophy? A systematic review and meta-analysis of studies examining the effects of resistance training frequency on muscular adaptations in trained individuals.“ Journal of Sports Sciences, 2019;37(11):1286–1295.
- 3.Aube D, Wadhi T, Rauch J, Anand A, Barakat C, Pearson J, Bradshaw J, Zazzo S, Ugrinowitsch C, De Souza EO. „Progressive Resistance Training Volume: Effects on Muscle Thickness, Mass, and Strength Adaptations in Resistance-Trained Individuals.“ Journal of Strength and Conditioning Research, 2022;36(3):600–607.
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